Was ändert sich durch das Lieferkettengesetz?

Made in China, Made in Turkey oder Made in Bangladesh – auf all unseren Kleidungsstücken steht, wo sie hergestellt wurden. Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass nur das Land angegeben ist, in dem das Etikett aufgenäht wurde. Zuvor reisen unsere Kleider um die halbe Welt. 

Damit eine Jeans in unserem Kleiderschrank landet, muss sie weit reisen. Hier ist ein Beispiel für eine mögliche Logistikkette einer Jeans. Die Baumwolle wird zunächst in Indien angebaut und dann in der Türkei zu Garn versponnen. In China wird das Garn gefärbt, bevor es in Polen zu Denim verwebt wird. In Bangladesch geht die Jeans in eine Nähfabrik, wo sie zusammengenäht, Etiketten angebracht und alle Reißverschlüsse und Knöpfe angebracht werden. Hat die Jeans eine besondere Waschung oder den typischen Destroyed-Look, ist dies nicht der letzte Halt für sie. Anschließend werden sie nach China oder nach Japan zurückgeschickt, wo die sogenannte Veredelung stattfindet. Je nach Modeunternehmen werden die Jeans dann in ein großes Lager in Europa und von dort zu Ihnen nach Hause oder in ein Modegeschäft exportiert. Für alle, die gerade den Überblick verloren haben – die Jeans macht 8 Stopps in insgesamt 6 bis 7 verschiedenen Ländern, bevor wir sie tragen können. Geben wir die Jeans dann, nachdem wir sie nicht mehr tragen wollen, in die Kleidersammlung, dann geht sie später in Entwicklungsländer, wo sie meist über 200 Jahre auf einer Deponie verbleiben. 

Mit diesem weltweite Versorgungs-Kette verwirrt nicht nur uns Verbraucher, auch grundlegende Menschenrechte wie Kinderarbeit, Ausbeutung, Diskriminierung und fehlende Arbeitnehmerrechte werden dabei immer wieder verletzt. Zu den Umweltauswirkungen solch langer Lieferketten gehören Wasser- und Luftverschmutzung. Dies ist nur ein Beispiel für Umweltzerstörung und beinhaltet nicht die Auswirkungen der Chemikalien aus Textilfarben oder Kunststoffen, die zur Herstellung von Polyester verwendet werden. 

Das soll sich nach Angaben der Bundesregierung nun endlich ändern. Im „Gesetz zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Lieferketten“, kurz „Lieferkettengesetz“, sollen deutsche Unternehmen verpflichtet werden, ihrer globalen Verantwortung besser gerecht zu werden. 

Bisher verdienen Unternehmen in Deutschland Geld mit der Kleidung, die in anderen Teilen der Welt produziert wird. Dadurch haben nachhaltige Modemarken, die bereits auf nachhaltiges Supply Chain Management achten, einen Wettbewerbsnachteil, weil sie ihre Kleidung nicht so günstig verkaufen können wie ihre Fast-Fashion-Konkurrenten. 

Was wird das neue Gesetz enthalten? 

Generell soll ein Lieferkettengesetz den Aspekt der Soziale Verantwortung von Unternehmen rechtsverbindlich und verbindlich. Damit werden Unternehmen, die im Ausland produzieren, verpflichtet, sicherzustellen, dass Menschenrechte nicht in allen Phasen ihrer Lieferkette verletzt werden. 

  • Es verpflichtet deutsche Unternehmen, sicherzustellen, dass ihre Produkte fair für Mensch und Umwelt hergestellt werden und gegen Menschenrechts- und Umweltverletzungen bei ihren Lieferanten vorzugehen. 

  • Mit diesem Gesetz ist es künftig deutschen Gewerkschaften und NGOs möglich, im Namen von Menschen in der Lieferkette, deren Menschenrechte verletzt wurden, vor deutschen Gerichten zu klagen

Bei Verstößen gegen Menschenrechte oder Umweltstandards durch Zulieferer drohen deutschen Unternehmen Bußgelder von bis zu 2 % ihres Jahresumsatzes. Das Gesetz gilt zunächst nur für Konzernriesen mit mehr als 3,000 Mitarbeitern. In Deutschland wären das mehr als 924 Unternehmen. Das sogenannte Lieferkettengesetz, für das 412 Bundestagsabgeordnete mit „Ja“ und 159 mit „Nein“ gestimmt haben, tritt erst 2023 in Kraft. Die Einhaltung der Gesetze wird dann vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhr überwacht Kontrolle (BAFA). 

Welche Länder haben auch ein Lieferkettengesetz? 

  • Frankreich: Loi de Vigilance

  • Vereinigtes Königreich: Mordern Slavery Act

  • Österreich 

Wie trägt Kleiderly dazu bei? 

Bei der Produktion unserer Brillenkollektion, wir achten darauf, die Lieferkette zu halten so klein und lokal wie möglich. Wir sammeln die Textilabfälle in Deutschland von Modeunternehmen und Spendenorganisationen wie dem Textilhafen von der Berliner Stadtmission. Unsere Pellets werden dann auch in Deutschland hergestellt. Nach der Herstellung schicken wir die Pellets an einen italienischen Familienbetrieb, wo dann unsere Gläser hergestellt werden. Auch die Mailer werden in Deutschland hergestellt. Leider müssen wir derzeit noch mit chinesischen Stoffbeuteldruckern zusammenarbeiten, da es fast unmöglich ist, europäische Lieferanten zu finden. Wir versuchen jedoch, diese Produktion so schnell wie möglich nach Europa zu verlagern. 

Quellen: 

https://diercke.westermann.de/content/globale-warenketten-am-beispiel-jeans-978-3-14-100800-5-271-4-1 

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/lieferkettengesetz-1872010

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/neues-lieferkettengesetz-meilenstein-fuer-menschenrechte,SaRJgIO

https://www.tagesschau.de/inland/lieferkettengesetz-109.html

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/lieferkettengesetz-107.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1859/umfrage/deutschlands-textilimporte-nach-herkunftslaendern/

https://de.wikipedia.org/wiki/Lieferkettengesetz#Kritik

https://www.atlasbig.com/en-gb/countries-by-cotton-production

 

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